Krankenkassen-Schock 2018

​Anstieg der Krankenkassenprämien um 4,0 Prozent

Die Krankenkassenprämien steigen 2018 durchschnittlich um 4,0 Prozent. Erfahren Sie für welche Kantone und Personen der Anstieg am grössten ist und wie Sie trotzdem im Jahr 2018 Prämien sparen können.

Die durchschnittliche Erhöhung von 4,0 Prozent gilt für die Standardprämie (Erwachsener, obligatorische Krankenpflegeversicherung mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung). Der Prämienanstieg betrug im Durchschnitt der letzten zehn Jahre 3,7 Prozent. Noch stärker ist der Anstieg für junge Erwachsene: Plus 4,4 Prozent. Mit 5,0 Prozent steigen auch die Prämien für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre überdurchschnittlich.

Die Erhöhung der Erwachsenen-Prämien variiert je nach Kanton zwischen 1,6 und 6,4 Prozent. Besonders hart betroffen sind die Versicherten in der Romandie: Die Westschweizer Kantone Waadt (6,4), Wallis (5,9), Neuenburg (5,4) und Genf (5,4) liegen an der Spitze. Am geringsten ist der Prämienanstieg in den Kantonen Schwyz (1,6), Uri (1,8), Appenzell Innerrhoden, Glarus und Nidwalden (je 1,9).

Den höchsten prozentualen Aufschlag bei einer Kasse müssen Avenir-Versicherte in St. Gallen hinnehmen. Wer bei Avenir im Hausarzt-Modell mit der höchsten Franchisestufe versichert ist, bezahlt 21,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Gesamtschweizerisch müssen vermutlich ca. 30'000 Personen mit einem Aufschlag von mehr als 19,5 Prozent rechnen.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) ärgert sich über den erneuten Prämienanstieg und macht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dafür verantwortlich. Handlungsbedarf sehe man vor allem bei den Medikamentenpreisen, den Arztrechnungen und den medizinischen Hilfsmitteln. Das BAG sei auch gefordert, der medizinischen Überversorgung einen Riegel zu schieben.

So können Sie auch 2018 Krankenkassen-Prämien sparen

Erhöhung der Franchise:

Versicherte können auf Anfang Jahr eine höhere Franchise wählen. Die höchste wählbare Franchise beträgt 2500 Franken, was zu einer deutlich niedrigeren Prämie führt. Diese Erhöhung muss der Krankenkasse bis Ende Dezember mitgeteilt werden.

Wechseln der Kasse:

Generell haben Sie die Möglichkeit, Ihre Krankenkasse (Grundvesicherung) zum Jahresbeginn zu wechseln und zahlen so im besten Fall nach dem Wechsel sogar weniger Prämie als im Vorjahr. Die Grundversicherung muss jeweils bis 30. November gekündigt werden.

​Ausschluss der Unfalldeckung:

Wer schon über den Arbeitgeber unfallversichert ist, kann bei der Grundversicherung die Unfalldeckung stornieren.

Einschränkung der freien Arztwahl:

Prämienrabatte gibt es auch bei der Wahl eines Spezialmodells (Hausarzt-, HMO- oder Telefonmodell)

Antrag auf Prämienverbilligung:

Versicherte mit tiefem Lohn haben meist Anspruch auf eine Prämienverbilligung. Darüber Auskunft geben die kantonalen Ausgleichskassen oder die sozialen Dienste.

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